Spider-Man: Cadaverous (Panini Comics)

Der mit großer Spannung erwartete Vater-Sohn Comic!



Das große, weite Marvel-Universum bietet eine bemerkenswerte Vielfalt, an diversen Abwandlungen unterschiedlicher Figuren. Und das vor allem von unserer ikonischen Lielblings-Spinne aus der Nachbarschaft. Mit Schöpfungen wie Spider-Man Noir, Spider-Ham, Spider Gwen oder Spider-Man 2099 dürften die meisten, spätestens seit dem preisgekrönten Animationsfilm Spider-Man: A New Universe wohlvertraut sein. Im heiß ersehnten Comic Spider-Man: Cadaverous widmet sich der Hollywood-Regisseuer J.J. Abrams zusammen mit seinem Sohenmann Henry Abrams ebenfalls, einer neuen - sagen wir eher unneuen - Spider-Man Inkarnation. Künstlerisch begleitet werden die beiden von der italienischen Marvel-Zeichnerin Sara Pichelli, die in Zusammenarbeit mit der hervorragenden Inkerin Elisabetta D'Amico und dem begnadeten Koloristen Dave Stewart, endlich mal aus den Vollen schöpfen kann.


Worum geht's ?

Wie ein Wirbelsturm wütete einst der finstere Cyborg-Schurke Cadaverous zusammen mit seinen robotischen Schergen durch New York City. Er hinterließ zerstörte Straßen, brennende Gebäude und panische Mengen, aber auch ein gewaltiges Loch in Spider-Man's Leben. Während der Angriffe verlor die Spinne nicht nur einen Arm, sondern ebenso seine bessere Hälfte - Mary Jane.

Ohne Mutter und mit einem gebrochenen Mann als Vaterfigur, wächst ihr gemeinsamer Sohn Ben bei Tante May auf. Das Verhältnis zu seinem Vater ist ausbaufähig, die Schule könnte auch besser laufen und die Erkenntnis, dass er die Superkräfte seines alten Herrn geerbt hat, hat ihm gerade noch gefehlt. Doch als Ben lernt mit seinen neuen Spinnen-Fähigkeiten umzugehen, passiert etwas Eigenartiges. Der brutale Cadaverous ist plötzlich wieder zurück. Für Ben Parker der Moment, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

( Leseprobe - Panini Comics )

( Comic Trailer - Panini Comics )

Bewertung:

Was im Vorfeld mit etlichen Trailern, Interviews und von renommierten Comic-Magazinen mit Worten wie „Denkwürdig“, „Mitreißend“ oder „Highlight“ annonciert worden ist, entpuppt sich ganz leise als gnadenlose Kopie. Denn wer sich auch nur ein bisschen mit den vielen verschiedenen Spider-Man Inkarnationen auskennt, weiß, dass sich das Vater-Sohn Gespann für ihren Spider-Man Titel, ganz offensichtlich an den Konzeptionen von Tom Defalco's Spider-Girl orientiert hat.

Verglichen zum Original mit der weiblichen Spinne Mayday Parker, unterscheidet sich J.J.Abrams' und Henry Abrams' Spider-Man: Cadaverous in nur äußerst wenigen Dingen. So weicht für die Protagonistenrolle, Spider-Girl einem Ben Parker, Mary Jane ist nicht am Leben, sondern tot und Peter Parker geht ohne Arm anstelle ohne Bein in Spidey-Rente - sehr originell⸮

Aber auch erzählerisch ist das Ganze kein großer Wurf, sondern vielmehr generische Marvel-Kost. Denn trotz großem subtilen Spielraum für mitreißende Dramatik und Tragik, ergießt sich der Comic, mit mehr Action, als es dem ein oder anderem Comic-Leser lieb ist.

Fakt ist aber, dass dank der versierten Tuscharbeit und Farbgebung, Sara Pichelli's Zeichnungen besser denn je aussehen. Ihr dynamischer, skizzenhafter Stil erhält hier die nötige Kombination aus Fülle und Intensität, welche ihrem Strich eine gewisse Eigenständigkeit verleiht und somit gleichzeitig ziemlich großen Abstand zum aktuell, überaus langweiligen Marvel-Art-House-Style schafft. Dennoch übertüncht dies nicht die Tatsache, dass es sich bei Spider-Man: Cadaverous um eine freche Kopie handelt.

In der Gänze ein maßlos überschätzter und vor allem fauler, aber dafür wunderschön bebilderter Comic.



Spider-Man: Cadaverous beim Verlag kaufen

  • Autor: J.J. Abrams, Henry Abrams

  • Zeichner: Sara Pichelli

  • Format: Softcover 140 Seiten

  • Verlag: Panini Comics

  • Preis: 17,00 €