Punisher Bd.1 - Memento Mori (Panini Comics)

Actiongeladener Auftakt zur 2014er Marvel Now Punischer Serie mit interessantem Kulissenwechsel



Der hier vorliegende erste Band der 2014 neu gestarteten Punisher Serie ist randvoll gepackt. Nicht nur mit temporeicher Punisher Action, sondern auch mit gleich acht US-Heften. Die ersten zwei Ausgaben haben hierbei nichts mit der restlichen Geschichte zu tun. Hier lassen Autor Marc Guggenheim und die Zeichner Leinil F. Yu und Mico Suayan, Frank Castle in einer abgeschlossenen Story seine, alles andere als unschuldigen Opfer jagen. Danach übernehmen dann Nathan Edmondson und Mitch Gerads und lassen Marvels ein Mann Armee auf die Stadt der Engel und ein Drogenkartell los.


Worum geht's?


(Heft #1-2) Der Punisher steht vor Gericht! Als Frank Castle ein Polizeirevier betritt, im Gepäck eine Tasche mit der Leiche eines Staatsanwalts, wird dieser natürlich sofort verhaftet. Wenig später im Verhör gesteht der Ex-Marine den Mord und gibt sein Geständnis zu diesem Kapitalverbrechen auch noch schriftlich. Anschließend entbrennt eine Gerichtsverhandlung, in der festgestellt werden soll, ob der Angeklagte überhaupt zurechnungsfähig ist. Doch wirkt es als würde Castle ganz andere Interessen verfolgen, als der Todesstrafe zu entgehen.


(Heft #3-8) Tapetenwechsel für den Punisher! Jenseits der amerikanischen Grenze legte sich Frank Castle mit dem Dos Soles Kartell an, die einer der größten Drogenimporteure Los Angeles darstellen. Als Castle die Kartellmitglieder in einem kleinen mexikanischen Dorf bestrafen möchte, muss er allerdings feststellen, dass er zu spät kommt. Die Bewohner des Dorfes sind alle tot und es scheint, als wäre dies das Werk einer unmenschlichen chemischen Waffe. Von der schrecklichen Szenerie angetrieben begibt sich der Punisher in die Stadt der Engel, um für seine Vorstellung von Gerechtigkeit zu sorgen und zu verhindern, dass nicht ganz LA in der tödlichen Chemie erstickt. Was er allerdings nicht ahnt ist, dass sich das Kartell mit der unheilvollen Organisation AIM und dem elektrisierendem Superschurken Electro zusammengeschlossen hat. Und als ob das nicht genug wäre, haben es sich auch noch die Howling Commandos, aus unbekannten Gründen, zur Aufgabe gemacht, Frank die Lichter auszuknipsen.

( Leseprobe - Panini Comics )

Bewertung:

Die in sich abgeschlossene Storyline um Frank Castles Gerichtsverhandlung, ist ein würdiger Einstieg in den ersten Band, einer vielversprechenden Serie. Yu und Suayan setzen die Verhandlung beeindruckend grimmig und detailliert in Szene, während Marc Guggenheim einen wendungsreichen Plot inszeniert, bei dem den Lesern von Anfang an klar ist, dass etwas Größeres vorgeht. Diese Wendung ist aber bis zum fulminanten Finale nicht ersichtlich und sorgt für einen gelungenen Twist und ein befriedigendes Ende. Die Stimmung schwingt aber um, sobald Nathan Edmondson und Mitch Gerads das Steuer übernehmen. Optisch bietet Gerads einen krassen Kontrast zum Anfang des Bandes. Mit Los Angeles agiert der Punisher vor einer komplett anderen Kulisse, als das sonst so dunkle und enge New York. Frank Castle führt seine Mission nun auch öfter mitten am Tag unter der brennenden Sonne der Westküste aus. Dazu hat Mitch Gerads auch noch einen ganz eigenen Zeichenstil, der den sonst so melanchonischen Frank Castle auch mal aus anderen Perspektiven zeigt. Dies resultiert zum Beispiel in den unterhaltsamen Diner Szenen, die die Geschichte ab und zu etwas auflockern und uns die neuen Nebencharaktere, wie die Polizistin Sammy und Castle's Army Kontakt Tuggs näher kennenlernen lassen. An der Dialog Front, weiß auch Nathan Edmondson wie er sein Handwerk auszuüben hat. Frank's Interaktionen mit seinen neuen Verbündeten sind ungewohnt sympathisch und durchaus unterhaltsam. In seinen inneren Monologen und auf der Jagd nach Kartell Mitgliedern, hat der Punisher allerdings nichts von seinem Biss verloren. Auch die Verwendung der Howling Commandos für die Jagd nach Castle, ist ein kluger Zug, da sich daraus ein Krieg an mehreren Fronten ergibt, bei denen man nie genau wissen kann, welche Beweggründe die einzelnen Akteure haben. Dies baut Spannung auf und macht Lust auf den nächsten Band. Wirklich negative Aspekte gibt es an dieser Stelle nicht zu erwähnen, mit dieser Reihe sind sowohl Punisher Veteranen, als auch Neueinsteiger bestens bedient.



Punisher Bd.1 - Memento Mori beim Verlag

  • Autor: Marc Guggenheim, Nathan Edmondson

  • Zeichner: Leinil Francis Yu, Mitch Gerads

  • Format: Softcover 180 Seiten

  • Verlag: Panini Comics

  • Preis: 16,99 €