DC Black Label: Wonder Woman - Dead Earth Bd.2 (Panini Comics)

Die Zukunft liegt in Wonder Woman's Händen!



Schon seit einer Weile lösen die Comic-Kumpanen, Daniel Warren Johnson und Mike Spicer, mit ihrer imposanten Arbeit eine fast schon hypnotische Faszination auf mich aus. Mit Werken wie Extremity oder Murder Falcon konnten mich die beiden erstmalig in ihren Bann ziehen. Stellt euch vor wie pläsierlich ich dann die Kundmachung entgegennahm, dass sich Johnson und Spicer zum ersten Mal unter einem DC-Titel vereinen. Trotz fehlender neuschöpferischer Innovationskraft, gelang es dem Duo im ersten Wonder Woman: Dead Earth Band, einen äußerst soliden Auftakt vorzulegen, welcher mich auf anhieb fesseln konnte. Geschockt war ich jedoch, wie unfassbar schlecht der Comic dennoch, bei einem Großteil der deutschen Leserschaft weggekommen ist. Und dies nur aufgrund der Zeichnungen. Liebe Leser, lasst euch nicht von eurem Ersteindruck beirren. Das Artwork entfaltet auf magische Weise seine beeindruckende Wirkung und untermalt verstärkend das antiutopische Setting sofern ihr euch darauf einlasst - verdammt nochmal!


Worum geht's ?

Aus reinem Zufall wird die amazonische Heldin Wonder Woman aus einem Kälteschlaf geholt und erblickt, die durch Atombomben entstanden tiefen Täler jener Welt, welche sie einst zu schützen schwor. Sie lernte eine kleine Gruppe von Überlebenden kennen, die sie in eine massive, mit Menschen überfüllte Festung geleiteten. Angekommen wurde sie betäubt und gezwungen, in einem Arenakampf gegen ihre sehr übel mutierte Erzschurkin Cheetah anzutreten. Kurz nach dem der Kampf anfing, überrante eine Horde aus Monstern das Bollwerk der Festung. Um die hilflosen Menschen vor dem Tode zu retten, metzelte sie sich durch das schier unendliche Fleisch der blutrünstigen Ungeheuer. Das wohl letzte Erden-Volk erwählte sie schließlich zur neuen Anführerin. Durch klirrende kälte und dunkle Schatten will Wonder Woman nun, die scheinbar gesamte Restbevölkerung, an den vermeintlich sichersten Ort der toten Erde führen - nach Themyscira.

Bewertung:

Auch für den zweiten Band lässt das Kreativteam, sowohl seine schreiberischen, als auch illustrativen Muskeln spielen und erzählt weiterhin eine sehr unterhaltsame, atmosphärisch dichte Geschichte. In einem behutsamen Wechsel zwischen Ort und Zeit wird der Leser in eine dunkle, zerstörte Welt eingesogen, die sich mit einer fein ziselierten Darstellung weniger DC-Elemente, einen einzigartigen Touch verleiht und gleichzeitig einer überaus interessanten Interpretation Wonder Woman's annimmt. Wir sehen wie unsere Heldin, durch die sich offenbarenden Wahrheiten über das ereilte Schicksal der Erde, ihre auferlegte Verantwortung, die Menschen (hier auch Zerstörer genannt) bis ans Ende aller Tage zu beschützen, infrage stellt, was das zeitgemäße Thema, dass die Menschheit sich selbst abschafft, dezent anschneidet und mit dem Sujet des oft verwendeten, dystopischen Szenarios eine adäquate Konstellation bildet. Dank der fesselnden Erzählung und vor allem der unverwechselbaren Visualisierung der beiden Kreativen, vereinen sich unter diesem Comic alle Attribute, mit denen ein postapokalyptischer Horror-Action-Blockbuster traktieren muss, um gut zu sein. Demnach wirkt er rau, dreckig, gritty, brutal, eklatant und erbarmungslos. Sollte jemand den Drang verspüren, eine ausgesprochen unterhaltsame, für sich alleinstehende DC-Lektüre lesen zu wollen, die mit wuchtigen Momenten um sich ballert, wird sicherlich mit Wonder Woman: Dead Earth gut bedient sein.



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  • Autor: Daniel Warren Johnson

  • Zeichner: Daniel Warren Johnson

  • Farben: Mike Spicer

  • Format: Hardcover 52 Seiten

  • Verlag: Panini Comics

  • Preis: 13,00 €


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