DC Black Label: Superman - Das Erste Jahr Bd.2 (Panini Comics)

John Romita Jr. brilliert. Frank Miller verdirbt.



Das hervorragende DC Black Label lieferte uns Lesern bislang viel solides Zeugs und blieb seinem Motto, eigenständige Comics für Erwachsene zu liefern, stets treu. Jedoch könnte sich dies durch die internen, drastischen Umbrüche, bezüglich der perniziösen Entlassungswelle im Multimedialkonzern Warnermedia - dem Mutterkonzern von DC Comics - bald ändern, da der Konzern den redaktionellen Black Label Schirmherr und Mitschöpfer Mark Boyle entlassen hat. Demzufolge kursieren im Netz viele Spekulationen, um die Zukunft des Imprint's, einzelner Publikationen und sogar um die Zukunft des Verlags selbst. Wie dem auch sei. Nun geht es weiter mit dem Blick auf die Anfangsjahre Superman's, aus jenem Universum, welches Frank Miller mit Batman: The Dark Knight Returns erschuff. Die erste Ausgabe legte mittels spannenden Ansätzen einen mehr oder minder gut fundierten Start hin, wohingegen die zweite, in eine ziemlich seltsame Richtung abdriftet.


Worum geht's ?

Von der Kleinstadtidylle ins rigorose Militär Bootcamp. Bevor aus dem letzten Kryptonier, dem jungen Clark Kent, der größte Superheld aller Zeiten wurde, musste er sich als Rekrut durch die US-Navy boxen. Für den stählernen Übermenschen genauso leicht getan wie gesagt, doch dennoch die mitunter wichtigste Lektion und Phase seines Lebens. Er wird sich nicht nur zunehmend seiner Unmenschlichkeit bewusst, sondern lernt so sehr wie noch nie zuvor, von der Schwäche des Menschen.

( Panini Comics - Leseprobe )

Bewertung:

Spätestens mit dem zweiten Band, sollte nun klar sein, dass Frank Miller mit der Black Label Reihe Superman: Das Erste Jahr etwas fabriziert, dass weder mit außerordentlichen Ideenreichtum strotz noch in irgendeiner Weise storytechnisch den Eindruck suggeriert, mit der Figur neue Gefilde erkunden zu wollen. Es ist eine stinklangweilige Origin-Story, die mit obligatorisch veränderten Details, die frühen Tage des Dark Knight Superman's erzählt und sich ungeschickt mit dessen emotionalen Befinden befasst. Das in der Ausgabe nicht wirklich viel passiert, unterschwellig unnötig frivole Themen zur Handlung gedichtet und partiell interressante figurtechnische Aspekte aufgegriffen werden, die man krude in der Visualisierung ausarbeitet - lässt sich noch gerade so verknusen, als die dagegen deutlich schlimmere erzählerische Darstellung von Frank Miller. Er drangsaliert den Leser mit einer überaus misslungenen, dokumentarisch dünkenden Narration, die stellenweise versucht im Takt der Handlung in poetischer Form einen introspektiven Einblick zu liefern, sich aber hauptsächlich als sehr obsolete, nicht sekundierende Erzähl-Nuance erweist, welche sich mit der Story durchgängig beißt und sich ebenso im Verlauf, durch ständige Satzwiederholungen nachdrücklich als ein sehr ermüdender Störfaktor zeigt. Im Auftaktband hielt sich dies in Grenzen und erschien an wenigen Stellen sogar äußerst passend, gestaltet aber nun den vorliegenden Band zu einem furchtbaren Comic mit überbordeten Dauergeschwurbel. Dass er dieses typische Stilmittel, einst mit seinen Storys wunderbar verschmolz, zeigen Werke wie 300, Sin City oder vor allem Darededevil: The Man Without Fear. Bei Superman: Das Erste Jahr ist dies leider nicht der Fall. So hält die zweite Ausgabe dem Leser bis auf virtuoses Romita-Artwork, nichts weiter erwähnenswertes bereit. Mittlerweile ist die dritte und zum Glück letzte Ausgabe bei Panini Comics erschienen, welcher ich mich nun mit großer Skepsis widmen werde. Denn, was völlig ramponiert wurde, kann nicht mehr gerettet werden. Demnach mach ich mich auf das Schlimmste gefasst.



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  • Autor: Frank Miller

  • Zeichner: John Romita Jr.

  • Format: Hardcover 76 Seiten

  • Verlag: Panini Comics

  • Preis: 16,99 €


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